Aktuelles
Wissen Von Christoph Mojen

ETS-2 und CO₂-Preis: Warum unsanierte Gebäude teuer werden

Ab 2027 bepreist der EU-Emissionshandel auch das Heizen. Was die CO₂-Preis-Prognosen für Mehrfamilienhäuser bedeuten und warum die Sanierung jetzt rechnet.

Ab 2027 erweitert das EU-Emissionshandelssystem ETS-2 die CO₂-Bepreisung auf Gebäude und Verkehr. Die Richtung ist klar: 45 Euro je Tonne CO₂ im nationalen System heute, 55 bis 65 Euro bis 2026 – und für den Marktpreis ab 2027 erwarten Experten 80 bis 150 Euro, bis 2035 teils über 200 Euro je Tonne.

Was das für ein Mehrfamilienhaus heißt

Für ein typisches gasbeheiztes Mehrfamilienhaus können bis 2030 zusätzliche Heizkosten von 400 bis 600 Euro pro Jahr und Wohnung entstehen. Unsanierte Gebäude verlieren damit doppelt: Die Nebenkosten machen sie unattraktiver, und der Marktwert leidet.

Die Gegenrechnung

Dämmung spart bis zu 30 Prozent Heizenergie, eine Wärmepumpe bis zu 70 Prozent, Photovoltaik liefert den Strom dazu. Ein Rechenbeispiel aus dem Bestand: Bei 150 Euro je Tonne CO₂ spart die energetische Sanierung eines unsanierten Mehrfamilienhauses allein bei der CO₂-Abgabe rund 4.000 Euro pro Jahr – die niedrigeren Energiekosten kommen obendrauf.

Wer den Zeitpunkt der Sanierung plant, sollte den CO₂-Preis mitrechnen: Jedes Jahr Warten wird teurer. Den wirtschaftlichsten Einstieg zeigt der Sanierungsfahrplan.